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Santiago / Las Condes 02.02.2013

Es ist Samstagmorgen 6.00 Uhr als mein Wecker klingelt. Eine halbe Stunde später verlasse ich das Haus. Die 6-Millionen-Stadt schläft noch, niemand ist auf den Beinen. Selbst die Straßenhunde, die es hier an jeder Kreuzung gibt, schlafen und würdigen mich keines Blickes. Ich bin wieder in Las Condes unterwegs. Die Kamera im Anschlag suche ich Motive. Da ein Bus, dort ein Schild, dieses und jenes Gebäude. Als sich die Sonne langsam über die Anden schiebt, bleibe ich stehen und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich wusste natürlich, dass Santiago an diesem Gebirge grenzt, hatte diese großartige Kulisse jedoch, abgesehen von dem unwirklichen Blick aus dem Flugzeugfenster, noch nicht wirklich gesehen. Tagsüber sind die Berge leider meist von Dunst verhüllt nur zu erahnen und obwohl ich auch jetzt nur einen Teil erkenne, erscheint mit die Gebirgswand verdammt riesig und nah. Auf den Postkarten sehe ich später, wie überwältigend diese Kulisse nach einem Regentag, wenn alles aufgeklart ist, aussieht… das muss ich unbedingt nachholen! Weiter geht’s. Die Stadt erwacht langsam zum Leben. Zu meinen Bedauern ist es mir nirgends möglich, einen Kaffe zu ordern, denn die kleinen und großen Läden öffnen Samstags erst gegen halb neun. Doch die nächste Überraschung lauert schon. Zwischen Hochhäusern, auf der Verkehrsinsel einer viel-befahrenen Straße steht ein riesiger Orangenbaum mit Früchten. All das und viele andere große und kleine Dinge die mir interessant erscheinen fotografiere ich und schon wieder sind 2 Stunden rum. Jetzt ist es halb neun und ich beschließe mit meiner Familie zu frühstücken und den angebrochenen Urlaubstag zu genießen, denn dafür sind wir schließlich hierher geflogen.

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