tageins (6 von 21)

Santiago / Recoleta 01.02.2013

Aufstehen, Frühstücken und Kamera samt 2 Objektiven, 50mm 1,8 und 10-22mm, sicher und vor allem so unauffällig wie möglich einpacken. Mein 70-200mm bleibt Zuhause, mehr hab ich auch nicht mit. Unsere heutigen Ziele: Recoleta, ein alter Stadtteil im Zentrum von Santiago, wo vor allem Araber und Asiaten rege Geschäfte treiben (und wir eine Mini-Badehose für meinen Sohn günstig ergattern wollen) und der Zentralmarkt La Vega und der Mercado Central.

Die Vega und der Mercado sind überwältigend groß, laut, bunt und intensiv. Es ist der größte Markt, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Ein ganzer Stadtteil überdacht. Hier gibt es von Gemüse und Obst über Fleisch und Fisch bis hin zu Backwaren, Gewürzen, Süßem und sogar Haushaltswaren und Werkzeug, alles was das Herz begehrt…auch Dinge, die man als verwöhnter Europäer so nicht erwartet. Lieferwagen aller Art schleppen sich hupend und randvoll mit Lebensmitteln durch die engen Zuliefererstraßen. Wo man hinschaut wimmelt es vor Menschen. Zwischendrin räkeln sich Katzen und Hunde gemütlich in der Sonne und halten ein Nickerchen. Aus den Lautsprechern dröhnen laute Musik, Werbung für den einen oder anderen Stand oder Nachrichten. Mitten im Markt steht die eigene Polizeistation.

Nachdem wir uns mit ungewohnt großem, vielfältige und reifem Obst und Gemüse eingedeckt haben, ziehen wir weiter in die Fleischhalle. Auf einem Areal so groß wie 2 Fußballfelder zwängen wir uns durch Gänge, wo rechts und  links rohes Fleisch aller Coleur feil geboten wird und auf mancher Theke sogar der Kopf vom zugehörigem Tier aus toten Augen auf die Besucher starrt. Da kommt man selbst als Fleischfresser auf vegetarische Gedanken. Ansonsten viele ältere Chilenen, die mitten im Gewusel mit ihren Freunden den Vormittag bei Tee und Kaffee verbringen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Zeit trotz des hektischen Treibens hier langsamer vergeht.

 

 

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